Künstlerinformationen

The Wild!

Album: "Still Believe in Rock and Roll" out now!

eOne

„Rock ist tot“, sagt Gene Simmons von Kiss. „Dann hat er aber lange nicht in Deutschland gespielt!“, sagt Dylan Villain, Sänger und Gitarrist von The Wild!. Wem darf man jetzt glauben? Einem Veteranen auf Abschiedstour oder einem aufstrebendem Newcomer, dessen neues Album „Still Believe In Rock And Roll” heißt? Wer hat Recht - der alte, zynische Skeptiker oder der junge, optimistische Draufgänger? Am Ende ist es vielleicht wirklich eine Glaubensfrage.

Und das Statement dazu erscheint am 20. März 2020. „Still Believe In Rock And Roll” ist das dritte Album des kanadischen Quartetts; und es ist sein bisher reifstes Werk. „Wir sind selbstbewusster als früher und haben viel auf den bisherigen Touren gelernt“, erklärt der Sänger, Gitarrist und Hauptsongwriter in Personalunion. Speziell die Touren als Vorgruppe von Rose Tattoo  haben The Wild! viele Türen geöffnet. „Von ihnen, besonders von Angry Anderson, dem Frontmann, haben wir ab 2018 viel Unterstützung bekommen. Wir haben zufällig auch denselben Agenten. Aber auch die 2017er-Touren davor, mit Airbourne und Phil Campbell, haben uns gezeigt, dass unsere Musik in Europa im Allgemeinen mehr Leute erreicht als in Nordamerika. Dort haben wir zwar auch mit Airbourne, Steel Panther, Buckcherry und Sebastian Bach viele tolle Konzerte gespielt, aber hier in Deutschland scheinen wir noch besser anzukommen.“ 600 verkaufte Tonträger nach den ersten neun Shows hierzulande sprechen eine deutliche Sprache. Überhaupt scheint es seit der Gründung der Band 2012 stetig aufwärts zu gehen: 2012 steigt Dylan nach einer legendären Partynacht in Kelowna/British Columbia bei The Wild! ein, 2015 folgt mit „Roadhouse“ eine erste Single in Eigenregie. Deren Erfolg führt zu einem Plattendeal, das Debüt „GxDxWxB“ erscheint im selben Jahr, produziert von keinem Geringeren als Mike Fraser (u.a. AC/DC, Metallica, Aerosmith, Rush, The Cult, Airbourne, Buckcherry), der seine Landsmänner bereitwillig unter seine Fittiche nimmt. „Mike ist eine Legende in Kanada, aber ich wusste, dass ich ihn nicht bezahlen kann. Deshalb habe ich ihm bei unserem ersten Meeting meinen einzigen wertvollen Besitz, einen 65er Cadillac Deville, als Gegenleistung angeboten. Daraufhin beginnt er zu lachen. Warum? Der letzte, der ihm ein Auto als Bezahlung angeboten hat, war Jon Bon Jovi zu ‚Slippery When Wet‘-Zeiten.“ Während aber Bon Jovi sein Auto für immer losgeworden ist, besitzt Dylan seinen Oldtimer noch. Und auch auf die Dienste von Mike Fraser kann er seitdem zählen. Dieser produziert auch den Zweitling „Wild At Heart“, der 2017 in den iTunes-Rock-Charts Metallica von Platz 2 verdrängt. „Mike und ich sind ein gutes Team im Studio, wir wissen beide, was wir wollen“, schwärmt Dylan. Denn auch Fraser hat erkannt, dass er mit The Wild! eine Band protegiert, die man heutzutage selten findet: Es geht um Freiheit und Selbstbestimmung jenseits des Mainstream, so wie Rock-Musik ursprünglich definiert wurde – als Rebellion der Subkulturen gegen gesellschaftliche Zwänge. „Dieses Wir-gegen-sie-Gefühl, das unsere Musik transportiert, macht auf eine bestimmte Art und Weise süchtig“, bekräftigt Dylan. Er wolle sich das bewahren und deshalb auch der, zugegeben etwas plakative, Titel des Albums. „Es muss jeder selbst wissen, was er daraus macht. Es gibt tolle Rockbands da draußen, die keinen Alkohol trinken, und andere, die noch immer diesen Lebensstil führen. Solange man aber an sich selbst glaubt und das in der Musik reflektiert wird, ist es egal, ob man dabei Bier trinkt oder nicht.“ Und The Wild! sind eine Band, die man in jeder Lebenslage hören kann, denn sie versuchen nicht nur wegen ihres wegweisenden Namens echten Spaß unter die Leute zu bringen. „Das Wichtigste ist die Show.“ Um diese zu liefern, muss das Drumherum stimmen. Dafür sorgt Dylan nicht nur als Manager, sondern auch als alleiniger Songwriter. „Glücklicherweise habe ich ein Studio, in dem ich die Ideen in Ruhe entwickeln kann, die ich dann der Band vorstelle.“ Im Fall von „Still Believe In Rock And Roll” wurden einige Songs erst kurz vor den Aufnahmen geschrieben; ein weiterer Grund, warum das Album so klingt, wie es klingt: spontan und schnörkellos. Schon der Opener „Bad News“ mischt straighten Rock mit Punk, garniert mit Text-Schmankerln Marke Bon Scott: „ain’t paid my rent, but I’m payin‘ my dues“. Der Text zu „Crazy (For You)“ mit seinem großartigen Bass-Beginn klingt in Zeiten von #metoo vielleicht etwas harsch, aber er passt, denn er handelt von gewalttätigen Beziehungen. „Nothing Good Comes Easy“ hätte jedem AC/DC-Stück der letzten 20 Jahre als Chorus gut getan und wurde mit Ex-Buckcherry-Gitarrist Keith Nelson geschrieben. „Eine schwere Geburt, ich bin aber sehr stolz auf den Song“, bilanziert Dylan. Das kurze, knackige „High Speed“ ist eine Attacke auf das Tempolimit, während das hymnenartige „King Of This Town“ u.a. von Dylans Erfahrungen während der Fußballweltmeisterschaft 2018 inspiriert wurde. „Singalong-Refrains kommen weltweit gut an, textlich habe ich noch das Bild von der Band als Gang hinzugefügt.“ Der Titelsong „Still Believe In Rock’n’Roll“ erklärt sich von selbst und ist einer der letzten, die für das Album entstanden sind. „Textlich beschäftigt er sich mit der Tatsache, dass jede Band ihr Ding nur deshalb durchzieht, weil sie an sich glaubt. Dabei bleiben natürlich viele andere  Dinge auf der Strecke.“ Obwohl die Single „Playing With Fire“ sehr schnell ist, ist das Stück vom Old School Country beeinflusst. „Viele der früheren Country-Künstler haben sehr gute Texte geschrieben. Da gibt es keinen großen Unterschied zur Rockmusik, die Texte sind ehrlich und beschreiben das harte Leben der einfachen Menschen. Ich finde es für einen Künstler wichtig, sich von allen möglichen Seiten inspirieren zu lassen.“ Auch „Young Rebels“ schlägt in dieselbe Kerbe: eine Party-Hymne, wie sie im Buche steht, allerdings auch ein Song, der seinem zehn Monate alten Sohn Rebel gewidmet ist. „Er soll frei aufwachsen, immer an sich selbst glauben und nicht die Werte vergessen, die ihm in seiner Jugend wichtig waren.“ Auch „Going To Hell“ beschäftigt sich mit der Jugend, allerdings mit der von Dylan. Der inzwischen 34-Jährige ging zehn Jahre lang auf eine katholische Schule, die Erfahrungen dort führten zum Text. „Ich hatte oft Alpträume, weil ich glaubte, in der Hölle zu landen, wie mir einer der Priester immer weiß machen wollte. Das war früher; aber auch heute kannst du nichts mehr machen, ohne dass dich jemand dafür verurteilt. Ich finde das schlimm.“ Der  Abschluss des Albums, eine imposante ruhige 6-Minuten-Nummer namens „Gasoline“, steht im Gegensatz zum Rotz Rock des Rests. „Das ist so etwas wie eine Tradition, etwas sehr Persönliches einzubinden. An diesem Text habe ich sehr lange geschrieben, ungefähr zwei Jahre lang. Ich habe alles verarbeitet, was mir in meinem Leben bisher passiert ist.“   

Warum ist „Still Believe In Rock And Roll” nun das bisher reifste Werk von The Wild!? Wo sieht Dylan den Unterschied zu den beiden bisherigen Alben? „Die ersten beiden waren gut, aber mit dem dritten hatten wir mehr Zeit für die Songs. Wir sind eingespielter, außerdem singe ich etwas anders als früher, was mir mehr Variation ermöglicht. Das fühlt sich sehr gut an. Und wir haben unseren eigenen Sound gefunden. Bei den ersten beiden Alben kamen immer die AC/DC-Querverweise, was cool ist, aber wir sind mehr als eine Kopie. The Wild! klingen jetzt auch wie The Wild!“. Die Glaubensfrage ist also geklärt: Rock ist noch lange nicht tot.

Tourdates
w/ Takida

12.09.20 Flensburg - Roxy
13.09.20 Berlin - Huxleys Neue Welt
14.09.20 Bremen - Modernes
15.09.20 Wiesbaden - Schlachthof
16.09.20 Köln - Essigfabrik
18.09.20 Dresden - Reithalle Straße E
19.09.20 Bielefeld - Ringlokschuppen
23.09.20 Magdeburg - Factory
24.09.20 Regensburg - Eventhall Airport
26.09.20 Stuttgart - Im Wizemann
27.09.20 Memmingen - Kaminwerk
28.09.20 Hamburg - Große Freiheit 36

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